Ich glaube, dass man heute nicht mehr beweisen muss, dass mein Instrument ein Teil unserer musikalischen Landschaft ist. Die Gambe ist lebendig. Seit Jahrzehnten inspiriert sie zu neuen Kompositionen, und ihr Vokabular wird ständig erweitert.

Einen Dialog zwischen dem Erwarteten und dem Unerwarteten führt die außergewöhnliche Gambistin Lucile Boulanger. Sie bewegt sich an einem Abend durch vier Jahrhunderte Gambenliteratur von Hotman über Demachy, Sainte-Colombe, Marais bis hin zu Hersant, Sinnhuber und Pesson – eine Reise in die Zukunft und zurück. Boulanger sieht die Gambe nicht nur als Trägerin einer längst vergangenen ästhetischen Tradition, sondern führt das Instrument ins 21. Jahrhundert, indem sie das Repertoire ihres Instruments vergrößert und emanzipiert. Dies nicht nur durch die Praxis der Transkription, sondern auch durch die Beauftragung zeitgenössischer Werke. Zum einen überrascht die Alte Musik hierbei mit Kühnheit, zum anderen klingt Neues wie seit jeher vertraut.

Lucile Boulanger – Viola da Gamba

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