In der Nacht stand Robert immer wieder auf und schrieb ein Thema, welches ihm die Geister Schuberts und Mendelssohns vorsangen, und über welches er für mich ebenso rührende wie ergreifende Variationen machte. (Clara Schumann)

Der letzte Abend des Schumann-Zyklus erzählt vom Ende seines Lebens. Sein letztes Werk, Thema mit Variationen Es-Dur – auch ob des oben zitierten Briefes Geistervariationen genannt – beginnt er im Frühjahr 1854. Schumanns seelischer Zustand ist sein ganzes Leben hindurch immer wieder getrübt. Seine Schwester Emilie setzt ihrem Leben mit 19 Jahren ein Ende, auch ihr wird „geistige Umnachtung“ zugeschrieben. Man spricht von manisch-depressiven Störungen, die sich mit zunehmendem Alter verstärkten. Abends sehr starke und peinliche Gehöraffektion notiert er am 10. Februar in sein Tagebuch, am 12. Februar: Noch schlimmer, aber auch wunderbar und in den Folgetagen wunderbare Leiden […] Gegen Abend sehr stark (wunderschöne Musik). Am 27. Februar stürzt er sich in den Rhein, um sich das Leben zu nehmen, er wird gerettet. Am folgenden Tag beschäftigt sich Schumann wieder mit den Variationen. Wenig später lässt er sich zum Schutz seiner Frau und seiner Kinder selbst in die Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn einliefern und stirbt dort 1856.

Michael Schöch – Klavier

 

Am Vorabend (6. Mai 2020) findet um 19 Uhr im Kurhaus ein musikalischer Salon statt. Michael Schöch spricht mit Hannah und Gerhard Crepaz über die Geistervariationen.