Johann Sebastian Bachs Solowerke für Streicher wurden lange Zeit unterschätzt. Man hielt sie für fantastisch komponierte virtuose Übungsstücke, jedoch nicht für Meisterwerke, die im Konzert gespielt werden sollten. Erst Pablo Casals, der die tiefe musikalische Bedeutung spürte, veränderte dieses Bild. Seine Einspielung zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte die Sechs Suiten für Violoncello solo einem breiten Publikum zugänglich. Er war auch der erste, der sie im Konzert in ihrer Gesamtheit aufführte. Für Casals waren sie die Quintessenz von Bachs kompositorischem Schaffen – und Bach die Quintessenz der gesamten Musik. Mittlerweile sind die Suiten aus dem Repertoire nicht mehr wegzudenken.

Auch Christophe Coin setzt sich seit seiner Studienzeit mit dem Schlüsselwerk auseinander. Coin ist eine der wichtigen Stimmen Alter Musik und war bereits in den 1980er Jahren als Schüler von Jordi Savall mit ihm gemeinsam bei uns zu Gast. Die Tiefe seiner Interpretation der Suiten ist einzigartig.

Christophe Coin – Violoncello

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In diesem Zusammenhang möchten wir auf den Bach-Schwerpunkt des Haus der Musik Innsbruck hinweisen. Über die gesamte Spielzeit sind Werke im Original und in Bearbeitungen zu erleben.