Zum Saisonabschluss führt Jordi Savall mit seinem Ensemble Hespèrion XXI zu den Anfängen der Instrumentalmusik zurück – in eine Zeit großer Offenheit für Einflüsse verschiedenster Herkunft, aber auch brutalster Machtansprüche, wie sie sich unter anderem in den Kreuzzügen zeigten. Savall spannt einen Bogen von sefardischen und andalusischen Traditionen über die Estampien des Manuscrit du Roy und die italienischen Istampitte des Trecento bis nach Armenien und Istanbul. So entsteht eine Klanglandschaft, in der Europa und der Orient über Jahrhunderte miteinander in Berührung standen – ein durchlässiger Raum, in dem Wissen, Musik und Dichtung aus Süd, Nord und Ost zusammenfanden.

Troubadourlieder, Tänze und weitere Instrumentalmusik machen hörbar, wie eng das mittelalterliche Europa mit den Kulturen des Mittelmeerraums verbunden war. Zwischen höfischer Form, mündlicher Überlieferung und Improvisation entfaltet sich eine Musik, die von Austausch, Weitergabe und Verwandlung lebt. In ihr erscheint nicht nur Geschichte, sondern auch eine Idee des Zusammenseins: dass Berührung Verbindung schaffen kann – über Grenzen, Zeiten und Sprachen hinweg.

HESPÈRION XXI
Efren López – Oud, Rebab und Drehleier
Hakan Güngor – Kanun
David Mayoral – Perkussion und Glocken
Ltg: Jordi Savall – Viola da Gamba, Rebec

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