Nächtliche Metamorphosen LIGETI, RAVEL
Quartissimo
Ein Abend zweier Legenden der Jahrhundertwenden: Ravel und Ligeti. Quartissimo nimmt die Herausforderung an. Das junge, 2016 gegründete Tiroler Streichquartett besteht aus zwei Geschwisterpaaren und gehört zu den spannendsten jungen Ensembles der österreichischen Kammermusikszene. Mit Ravel und Ligeti widmen sie sich dem moderneren Repertoire.
Ravels einziges Streichquartett F-Dur op. 35 entstand noch während seiner Studienzeit bei Gabriel Fauré am Conservatoire de Paris und wurde von den Zeitgenossen höchst kontrovers aufgenommen. Fauré, dem das Werk gewidmet ist, stand ihm eher ablehnend gegenüber, während Debussy vollkommen begeistert war und Ravel beschwor, keine einzige Note zu ändern. Ligetis Streichquartett Nr. 1 „Métamorphoses nocturnes“ entstand für die Schublade. Das Leben in Ungarn wurde von der kommunistischen Diktatur total kontrolliert. Man behalf sich mit der Kultur des geschlossenen Zimmers; die Mehrheit der Künstler entschied sich für die innere Emigration. Angeregt wurde Ligeti von Bartóks Quartetten – die er allerdings nur aus der Partitur kannte, da sie nicht gespielt werden durften. Auch wenn Ligeti selbst das Quartett als prähistorisch beschreibt, ist es vollkommen eigenständig und überwältigend.
Mit diesem Konzert gedenken wir Gerhard Crepaz und bereiten unser 60-jähriges Jubiläum vor. Zu György Ligeti hatten wir eine enge Verbindung. Er war vier Mal in Hall mit seiner Musik und für Meisterkurse zu Gast.
Quartissimo
Clara Spieler – Violine
Hannah Alber – Violine
Jonas Alber – Viola
Emil Spieler – Violoncello